Ich bin kein eifriger Homepage-Blogschreiber. Ich gehe immer davon aus, dass es reicht, die Dinge auf der Bühne zu erzählen.
Anders belehren lassen habe ich mich durch ein Gespräch mit meiner Tochter über die unglaublichen Vorzüge von social networks und über die letzte Biostunde. Dabei kamen wir u.a. zu folgenden Erkenntnissen: Menschen und Affen sind die einzigen Lebewesen, die durch die evolutionsbedingte Sonderaussattung mit einem Daumen nicht nur in der Lage sind, Dinge zu greifen, sondern auch Dinge zu liken. Heißt: Delfine können klüger sein als der Innenausschuß des Bundestages, aber sie kriegen auf facebook den Daumen nicht hoch, weil sie keinen haben.
Das hat mich beeindruckt. Deswegen schreibe ich hier unregelmäßig ein paar aktuelle Dinge hinein, die mir unter den Fingern brennen. Und hoffe, dass irgendwo ein Mensch oder ein Affe den Daumen darüber hebt.
Vielleicht sogar ein Delfin mit Prothese.


Juni 2017

Im September habe ich Premiere mit meinem neuen Programm "Wenn schon falsch, dann auch richtig". Darin werde ich eine richtig wahre Geschichte erzählen. Das ändert jedoch nichts an einer skurrilen Grundkonstellation: Im September geht es los. Und dann spiele ich das Programm natürlich weiter, nicht nur im September. Zum Beispiel Mitte Oktober, da habe ich die Premiere in meiner Theater-Homebase, dem Stollwerck in Köln. Und dazwischen ist - diese Wahl. Lästig. Dann muss man wieder die Hälfte umschreiben. Vielleicht muss man auch ALLES umschreiben. Es zeichnet sich ja bereits jetzt ein geradezu historisch aufgeladener Wahlkampf ab, quasi die Mutti aller Bundestagswahlen.

Allein in diesen Tagen überstürzen sich die Ereignisse: Die Union hat ihre  Plakate präsentiert, die SPD ihr Programm. Die Union hat deswegen die Plakate raushauen müssen, weil sie noch kein Programm hat, aber die SPD schon, und irgendwas musst Du dann ja machen. Die CDU-Plakate sind somit die visuelle Umsetzung eines nicht vorhandenen Inhaltes.Okay, das mache ich als Kabarettist auch regelmäßig, weil Veranstalter Werbematerial gerne früh im voraus haben. Aber ich willl ja das Land auch nicht regieren, sondern lediglich bespaßen. Vielleicht war genau das auch der Grundgedanke der CDU. Jedenfalls haben sie entsprechend kicher-kicher-humoristisch auf die Plakate geschrieben "Whatever: Merkel." Und: "Sie kennen mich." Ich dachte nur HA! Da isser wieder! Ausgerechnet DIESER Satz! Den hat Merkel in der Neujahrsansprache 2016 in die Kamera gelächelt, und man hat damals schon gedacht, "ja, reden ist nicht ihre Stärke, aber jetzt hat sie doch wie der Schröder damals getrunken oder ihr Mann hat versehentlich psychoaktive Chemikalien in den Weihnachtsbraten rieseln lassen, aber wieso haben die Redenschreiber und Aufnahmeleiter nichts gesagt?" Ein Satz von dem ganze Generationen von Kabarettisten gelebt haben, mindestens in Form von Jahresrückblicken, also, mindestens mein Jahresrückblick damals. "SIE KENNEN MICH" - ja, und jetzt?! DAS ist das Programm der Union 2017! Übrigens auch das Programm dieses überbewerteten bayrischen Regionalpolitikers, der noch vor einem halben Jahr Sie-kennen-mich-Merkel vor dem Verfassungsgericht verklagen wollte. Das wäre doch jetzt DIE Chance für die Partei vom Würselener!
Und was macht der?
Druckt Plakate mit "Sie wollen mich"... Nein, schlimmer, er ist davon überzeugt, die Massen werden zur SPD konvertieren, weil der revolutionäre  Herr Schulz den Spitzensteuersatz um 3% anzuheben und das Rentenniveau bei 48% zu belassen verspricht. Es waren ja immer schon SPD-Politiker, die beschworen haben, die Rente sei sischer, vielleicht sogar bis 2030. (Wieso ist eigentlich immer nur die Rente sischer? Was ist mit den paar Tagen davor?) Immerhin hat der revolutionäre Würselener jetzt überhaupt mal was gesagt, Bisher mussten euphorisierte SPD-Anhänger (ja, das gibt es...!) in Ermangelung von Inhalten selbstgemalte Zettelchen schwenken mit der Aufschrift "Jetzt ist Schulz!", weil sie ihn da noch nicht kannten. Aber jetzt geht´s los, das wird eine gigantische symmetrische Demobilisierung. Und zwar von weg der SPD. Das hat doch schon Winfried Kretschmann in seinem legendären Wutanfall zu bedenken gegeben: "Dann müsst ihr halt mit 6 oder 8 Prozent zufrieden sein,aber dann lasst mich damit in Ruhe!" Gut, er meinte es politisch genau andersrum und sagte es zu den Grünen, aber wer weiß, vielleicht ist die SPD mit 6-8% bald auch sehr zufrieden?
Wenn da nix mehr kommt würde ich sagen: "Sie können mich. Mal."



27. September 2016

Jetzt auf der Konferenz in Wien haben sie endlich was beschlossen, die EU und die West-Balkanländer gemeinsam. Bisher hat sich die EU in der „Flüchtlingskrise“ ja aufgeführt wie 28 überzuckerte Dreijährige, denen man die Selbstorganisation eines Kindergeburtstages anvertraut hat. Und wer Kinder hat weiß: Da ist Augenausstechen mit Kuchengabeln noch das harmloseste, was passieren kann.

Aber jetzt haben sie sich endlich geeinigt, jetzt wird gehandelt, und das auch noch total neu und innovativ: Außengrenzen zu. Da muss man erstmal drauf kommen! “Die Balkanroute muss noch dichter sein als je zuvor, und sie muss es auch in Zukunft sein“, sagte der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk. Ist ja nicht so, dass wir uns in Europa keinen Donald leisten könnten, der Präsident von was ist und Mauern bauen will. Und unser Donald IST schon Präsident von was! Auch wenn „Präsident des Europäischen Rates“ im Vergleich zu „Präsident der USA“ ungefähr so ist wie „Vorsitzender des Verbandes der Flohzirkusse“.

Aber das ist doch toll, endlich eine dichte Grenze! Und zwar durch Zäune auf der Balkanroute. Eine völlig neue Idee! Da hätten sie mal früher draufkommen können, einfach einen Zaun! Der Nahe Osten brennt, Afrika brennt sowieso, Millionen Menschen machen sich auf den Weg, man hat sich einen Kopf gemacht, was tun, mit Willkommenskultur und Verteilung der Flüchtlinge und Bekämpfung von Fluchtursachen - und jetzt einfach einen Zaun! Das Leben kann so einfach sein.

Ich hab das mal ausgerechnet: Wenn ungefähr drei Millionen Flüchtlinge nach Europa wollen, und der Zaun ist ca. 100 Kilometer breit, dann kommen auf jeden Meter Zaun dreißig Flüchtlinge. Wenn die sich alle aufeinander stellen – gut, dann sackt irgendwann der unterste Flüchtling zusammen, aber auf 10 Meter Höhe kommen die bestimmt, so hoch muss man das dann bauen, quasi ein Riesenstapel Flüchtlinge wie eine Mauer vor dem Zaun.

Da kann man sich dann als christlich-abendländischer Europäer vor den Zaun setzen, auf unserer Seite natürlich, die christlich-abendländische Kultur genießen, auf unserer Seite natürlich, und live zuschauen, wie die Leute so „ploing“ gegen den Zaun rennen und abprallen und sich aufstapeln. Dann kann man sich zuprosten mit Andreas Scheuer – das ist quasi der personifizierte christlich-abendländische Superlativ und macht auch gerne Zaun-Sightseeing – man prostet sich zu „gell Andreas, das Boot ist aber auch dermaßen voll!“, und dann fährt man mit dem SUV nach Hause und ist so was von froh, dass die auf die geile Idee mit der dichten Grenze gekommen sind.

Denn eine dichte Grenze gibt einem ein total gutes Gefühl: Das Gefühl von Exklusivität. Alle wollen rein, aber ich bin schon drin. Wie in der Promi-Disco, Europa ist quasi das Studio 54 unter den Kontinenten. Mit Wiktor Orbán als Türsteher. Ja, Türsteher sehen oft scheiße aus, aber was willst du machen, ohne Türsteher kein exklusives Konsumgefühl.

Das ist so toll, ich kriege mich gar nicht mehr ein! Mit dichten Grenzen wird letztendlich UNSERE große Lebensleistung anerkannt: Dass wir aus eigener Kraft, mit unseren eigenen Händen, hier geboren wurden! Und nicht im Nahen Osten oder Afrika, weil das kann ja jeder.

Aber das ist keine Dauerlösung mit der Mauer und den gestapelten Flüchtlingen davor. Am Plattensee in Ungarn kaufen jetzt schon haufenweise Deutsche die Grundstücke auf, weil da die Urlaubsgegend garantiert flüchtlingsfrei ist. Das sind nicht alles Nazis, man ist nur einfach gern unter sich und hat völkisch sauberen Urlaub. Aber irgendwann sind ja die garantiert flüchtlingsfreien Grundstücke alle, wohin soll man dann in den Urlaub? Und deswegen sind sie auf der Wiener Konferenz auf noch eine total geile neue Idee gekommen: Dass das alles nach Afrika soll, also die Flüchtlinge in Lagern in Libyen, Ägypten usw. stapeln. Wer mit Erdogan verhandelt, der kann sich auch gleich von General Sisi ficken lassen. T´schuldigung, das hab ich jetzt nur gedacht.

Ich finde es super, dass wir Politiker haben, die dermaßen innovative Lösungen haben. Und dass wir selbst so gar nichts damit zu tun haben. Solche Leute wie den Tusk-Donald konnten wir ja nicht mal wählen, der ist ja EU.

Also auf geht´s, laßt uns ein total exklusiv es Feeling hinterm Zaun haben, weil das Wichtigste ist doch: Vom Feeling her echt ein gutes Gefühl zu haben.



September 2016

Die Regierung Merkel hat im "Sicherheitspaket" einen Haufen Maßnahmen beschlossen und diskutiert wie z.B. die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft, ein Burkaverbot und den Einsatz der Bundeswehr im Innerern. Lauter Maßnahmen, die entweder nur grundgesetzwidrig sind oder nur nutzlos oder beides zusammen. Auf jeden Fall haben sie alles verschärft, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, und wegen des Deals mit der Türkei kommt fast kein Flüchtling bis zu uns, und wenn doch, will de Maziere sie mit der Dublin-Regelung zurückschicken. Frage: Worin genau soll der "Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik" eigentlich bestehen, den die ganzen Rechtspopulisten von Petry bis Söder verlangen?
Wie weit muss es noch kommen, müssen Kabarettisten einen Merkel-Rettungsfonds gründen? Nein, eigentlich reicht es, sich die Rede von Zaid Raad al-Hussein, dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte, zu Herzen zu nehmen und gegen Rechtspopulisten und Biedermeier-Rassisten zu stehen, wo immer sie den Mund aufmachen.

 



Juni 2016

Im Moment läuft alles auf Rassismus, Sport und Drogen hinaus. Das aufmüpfige Sex, Drugs and Rock´n´Roll ist in diesen Tagen also verkommen zu einem miefigen Race. Drugs und Rückwärtsrolle.

Das Positive daran zuerst: Sie dürfen den bayrischen Innenminister Joachim Herrmann, den Alexander Gauland der CSU, jetzt richterlich bestätigt als Rassisten beleidigen.Kleine Einschränkung: Nur, wenn Sie schwarz sind. Und sich beleidigt fühlen durch Herrmanns Äußerung in einer Talkshow, Roberto Blanco sei ein "wunderbarer Neger". Ein Anwalt mit afrikanischen Wurzeln hat daraufhin Herrmann als Rassisten bezeichnet, und ihm wurde gerichtlich zugestanden, dass er das auch sagen darf, und zwar als Replik auf die Beleidigung durch den bayrischen Innenminister. Er durfte Herrmann sogar als "wunderbares Inzuchtprodukt" bezeichnen. Was ja im Falle von Herrmann auch eine reine Tatsachenbeschreibung ist.

Leider hat niemand sich die Mühe gemacht gerichtlich durchzusetzen, dass man auch Alexander Gauland als Rassisten bezeichnen darf. Gauland letzte Bemängelung, die Nationalmannschaft sei ja "nicht mehr richtig deutsch", dürfte ein wunderbares Eigentor des Mannes sein, der sich gern kleidet und offenbar auch denkt wie ein Sofa aus den 50er Jahren.An solchen Äußerungen sieht man, ebenso wie an jener über den Spieler Boateng, dass die Führung der AfD aus völkisch denkenden Rassisten besteht. Vielleicht verklagt das Sofa ja jetzt mich, und dann muss ich es gerichtlich durchziehen...

Vor Gericht gehen macht man jetzt ja so - darin, und auch in ihrer Haltung einer permanent beleidigten Leberwurst mit starker Aufmerksamkeits-Defizit-Störung, sind sich die AfD und der türkische Präsident Erdogan überaus ähnlich: Erdogan hat Bluttests für türkisch-stämmige deutsche Abgeordnete gefordert. Um wegen der Armenien-Resolution des Bundestages festzustellen, ob die türkisch-stämmigen Abgeordneten möglicherweise untürkische Blutlörperchen mit der verräterisch roten Farbe der kurdischen PKK-Flagge aufweisen. Geistig ist Erdogan hier ganz nah bei Gauland und seiner undeutschen DFB-Auswahl, sofern man hier noch von "Geist" reden kann.

Vielleicht haben Erdogan und Gauland die Bluttests ja auch nuregen Doping gefordert. Beide wirken ja auch so, als sollten sie weniger von dem Zeug nehmen, das sie eingeworfen haben. Und Dopingtests wären tatsächlich sinnvoll - die kommenden Olympischen Spiele werden jetzt schon als die doping-intensivsten Spiele seit Erfindung brustbehaarter, schlauchbootförmiger russischer Topathletinnen angekündigt. Und das in einem Land, in dem gerade die Regierungschefin abgesetzt wurde wegen Korruption, und zwar von einer Opposition, die aus den einzig auffindbaren Personen im Land besteht, die noch korrupter sind als die abgesetzte Regierung.

Doping und Korrption wiederum sind im Fußball undenkbar. Gut, man las kürzlich, dass die alte Fifa-Spitze, die in Teilen personell der neuen Fifa-Spitze entspricht, allein für Josef Blatter und seine beiden Ex-Generalsekretäre Valcke und Kattner 80 Millionen Euro abgezweigt hat. Das ist keine Korruption, das ist Diebstahl. Es gab nach WMs Boni für Fifa-Funktionäre dafür, dass die Ergebnisse von Spielen korrekt festgestellt worden sind. Das ist auch keine Korruption. Bei VW bekommen Vorstände ein paar Millionen Euro Boni dafür, dass die Schwerkraft auch auf sie wirkt.

Fußball wird die kommenden Wochen bestimmen. Können Sie sich vorstellen, dass ein Spieler wie Thomas Müller ein paar Jahre seiner Karriere riskiert, weil er aus politischen Gründen kein Training auf einer von Sklavenarbeitern erbauten Sportanlage mitmachen will? Oder dass ein Schweinsteiger oder der politisch superkorrekte Intellektuellen-Kicker Mats Hummels auch nur einen kleinen Aufruhr riskiert hätten, weil sie sich bei der WM-Pokalübergabe vor zwei Jahren geweigert hätten, Josef Blatter die Hand zu geben und ihm zu sagen "Ich schüttle nicht die Hand eines organisierten Verbrechers", oder auch nur "Fick dich, du korrupte Kanaille"?
Wenn Sie sich eine solche Haltung von Sportlern wünschen würden, dann müssten Sie, auch wenn Sie Boxen für eine besonders abstoßende Form von Testosteronüberschuss halten, in einem kurzen Moment des Respektes für den verstorbenen Muhammed Ali verharren. Denn jener verbüßte drei seiner körperlich besten Jahre mit totalem Kampfverbot, weil er sich weigerte, am Vietnamkrieg teilzunehmen mit den Worten "No vietcong called me nigger".
Auf gehts, Thomas, Bastian, Manuel und ihr alle - wie wär´s mit "Katar mach ich nich mit So many died for me kicker." Wir verzichten dafür auf Bluttests.



April 2016

So viel wurde jetzt über Böhmermann, Erdogan und die Grenze der Satire geredet, gelabert, gefachsimpelt und drumherumgestrampelt und -gehampelt.
Aber: Wieso eigentlich jetzt, wo sich Böhmermann und Erdogan im Zentrum der Weltöffentlichkeit befinden, nicht weitermachen?
Vorschlag - Böhmermann bietet Erdogan in einem offenen Brief Vergeltung an: „Lieber Recep T. Erdogan, ich unwürdiger Rüpel weiß jetzt, dass Sie eine andere Vorstellung von Humor haben als meine Wenigkeit. Ich unehrenhafter untürkischer Wurm möchte in meinem kümmerlichen Leben nichts lieber als die von Ihnen erlittenen Beleidigungen wieder gutzumachen und kann Ihnen für die Wiederherstellung Ihrer kostbaren persönlichen Ehre unterwürfigst dies anbieten: Wenn Sie in Ihrer unendlichen Güte und Weisheit die von Ihnen in der Türkei verhafteten Journalisten frei- und angestrengte Anklagen gegen sie fallenlassen würden, so würde ich elendiger nichtsnutziger Satiriker mich bereit erklären, mich in Anerkennung Ihrer Regierungsherrlichkeit öffentlich vor Ihnen auf den Boden zu werfen, Ihnen die Füße zu waschen und zu küssen, auch in der umgekehrten Reihenfolge, und Sie untertänigst um Vergebung zu bitten. Ich würde sogar so weit gehen, dass Sie öffentlich meine Geschlechtsteile vermessen, und, wenn die Messergebnisse dies zulassen, selbige dem Gelächter der Massen preisgeben dürfen. Wenn Sie darauf bestehen, würde ich auch einen öffentlich zelebrierten Geschlechtsverkehr mit den in meinem Gedicht über Sie schmählich erwähnten Tierarten durchführen, auf dass das goldene Pissoir in Ihrem Palast auf ewig erstrahle. Denken Sie mal darüber nach. Herzlichst, Böhmermann.“
Das hätte, um den Sprachgebrauch des Gedichtes zu beachten, "Monsterklöten". Noch satirischer und lustiger wäre es natürlich, wenn Angela Merkel diese Erklärung in ihrem Namen verlesen würde.
Mehr fällt mir dazu aber auch nicht ein.




... und immer noch April 2016

Was haben Lionel Messi, der syrische Diktator al-Assaad, der isländische und der englische Ministerpräsident gemeinsam? Sie sind stark unternehmerisch engagiert in der Karibik und handeln mit Briefkästen, die kein Mensch bracht. gut, das war nur überraschend für Menschen, die glauben, ein Sturmgewehr heiße Sturmgewehr, weil man damit starken Wind bekämpfe.
Was haben fast alle reichen Industrieländer gemeinsam? Ihre Regierungen verkünden stets, man könne leider leider die Steuern auf Kapital und Vermögen nicht erhöhen, weil das scheue Kapital und die reichen Menschen sonst in Steueroasen flüchten würden. Warum kann man Steueroasen nicht einfach dichtmachen? Weil dann die Regierungen nicht mehr verkünden könnten, man könne leider die Steuern auf Kapital und Vermögen nicht 
erhöhen, weil das scheue Kapztal sonst in Steueroasen...
Und es ist ja auch völlig naiv zu glauben, man könne solch kriminelles Handeln verbieten! Im Falle von England und Cameron befinden sich die Steueroasen auf dem eigenen Hoheitsgebiet - Jungferninseln, Caymans, Isle of Man. Und wie soll ein britischer Premierminister rechtlich unhaltbare Dinge unterbinden, die sich auf seinem Hoheitsgebiet abspielen?
28 deutsche Banken haben kräftig mitgeholfen, über die Agentur Mossfon - eines deutschen Anteilseigners - Geld zu verstecken. U.a. die Commerzbank. Die Commerzbank wiederum ist nach der Finanzkrise mit Milliarden-Hilfsgeldern von genau dem Staat gerettet worden, den sie als Dankeschön dann mit der Einrichtung von Off-Shore-Firmen um Steuereinnahmen beschissen hat. Bei einer Razzia in der Bank wurden im Vorstand Belege gefunden, dass man solche Kunden wie Waffenschieber, Geldwäscher, Diktatoren, Diktatorensöhne, Diktatorencousins, Spitzensportler und anderes Gesocks bezeichnet hat als: "Ethisch herausgeforderte Endkunden." Bitte merken: "Reich und kriminell" heißt in Neusprech "ethisch herausgefordert".
Das sind die Panama papers, ein dicker Brocken Wahnsinn und Ekel, wenn auch nicht völlig überraschend. Dabei gäbe es so viele andere Dinge, über die man auch sprechen müsste:
Thomas de Mazière macht ein freundlich einladendes Integrationsgesetz, wobei das am freundlichsten Einladende darin die Bestrafung von Integrationsverweigerung darstellt; ungeachtet der unbedeutenden Tatsache, dass de Mazière selbst einen Mangel an Integratioskursen zu verantworten hat. Aber er hat ja auch kürzlich festgestellt, dass sich "ein großer Teil der schwedischen Küste am Wasser befindet". Thomas de Mazière - ein Mann, der von seinen eigenen Erkenntnissen beunruhigt sein wäre, wenn er denn welche hätte.
Der VW-Vorstand besteht trotz eines ungeklärten Milliarden-Betrugs, die die Existenz des Konzerns gefährden, auf der Auszahlung leckerer fetter Boni als Anerkennung für seine überdurchschnittlichen Leistungen. Gut, aus umwelttechnischer Sicht ist es tatsächlich eine anerkennenswerte Leistung, die Reputation eines Autokonzerns zu vernichten.
und so vieles mehr... Ich versuche, das Beste und Schlimmste davon im Programm in 90 Minuten zusammenzufassen...



März 2016

Gratulation an die Seehofers und Petry dieser Welt! Ihr hattet Recht: Grenzen schließen ist DIE Lösung! Man sieht es doch in disen Tagen in Österreich, auf dem ganzen Balkan, vor allem in Mazedonien und Griechenland: Kaum werden die Grenzen geschlossen, werden es weniger Flüchtlinge. Zumindest in dem Land, das seine Grenzen geschlossen hat. Das seine Grenzen natürlich nur geschlossen hat, weil davor das jeweilige Nachbarland wiederum seine Grenzen geschlossen hat. Geistig so hell wie ein Kindergeburtstag, wo der eine dem anderen eine Kuchengabel ins Auge rammt, aber nur, weil andere dem einen sie auch reingerarmmt hat. Aber so funktioniert es: Flüchtlingszahl sinkt. Gut, die Flüchtlinge sind noch da, aber halt nicht wirklich in der EU, sondern nur in Griechenland. Und da werden es sicherlich irgendwann von selbst weniger Flüchtlinge: Weil das Land sie nicht versorgen kann auch auch keine nennenswerte Hilfe von der EU bekommt, werden ein paar verhungern. Aber die EU ist eine Wertegemeinschaft mit christlich-abendländischen Werten, und da ist jetzt eben Fastenzeit, da muss man sich eben anpassen als Flüchtling. Ein paar weitere werden vielleicht erfrieren, und viele werden dann auf dem Seeweg ertrinken. Und mal ehrlich: Griechenland ist doch selbst schuld daran, dass man es mit der Flüchtlingskrise allein läßt - wer so widerspenstig beim Akzeptieren der Reformpakete war...! Man muss sich das mal vorstellen, Griechenland hat immer noch Defizite bei der Rentenform! Und will jetzt Hilfe zur Vermeidung von Hungertoten unter den Flüchtlingen, die der Rest der EU nicht reinläßt - also, so geht´s ja nicht! Wie man in den Wald hineinruft, so schäublet´s zurück. Wenn Griechenland kollabiert, wird es seine Grenzen mit Gewalt schließen. Da hilft dann womöglich auch die EU mit Schnellbooten. Geschossen wurde ja auch schon an der mazedonischen Grenze, wenn auch bisher nur mit Tränengas.

Und dann können sich Horst Seehofer und Frauke Petry ganz vertraut unterhalten, natürlich erst nach den Landtagswahlen am 17. März. Dann sagt die Frauke zum Horst: "Siehst du, an den Grenzen muss geschossen werden. Ich habe es ja immer gewusst." Sagt der Horst ihrm tief in die Augen blickend:"Ich wusste es auch, Schatz. aber du hast es nicht gesagt. Zumindest hast du danach gesagt, du hättest es nicht gesagt." Und dann haucht die Frauke in dem Horst sein rechtes Ohr: "Ach Horst, du bist so aufmerksam!" Und der Horst: "Ja, ich spüre ganz sensibel jede Stimmung, nachdem ich sie geschürt habe.Genau wie du." Und dann nur noch Kuss und Licht aus.


Ende August 2015

Ich danke Joachim Hermann, bayrischer Innenminister und Winkeladvokat, über dem eine Tube Brillantine ausgelaufen ist, für seine Inanspruchnahme öffentlich-rechtlichen Fernsehens als Forum für grenzdebilen Randgruppen. Bei Maybrit Illner gab er zum Besten, ein "Vergleich von Flüchtlingen mit den Vertriebenen ist eine Beldeidigung der Vertriebenen". Aber warum? Vermutlich, weil die Flüchtlinge nur vor irgendwelchen Kriegen flüchten. die Vertriebenen aber nach einem Krieg flüchteten, den wir selbst angezettelt haben - es sind quasi Flüchtlinge aus heimischer Produktion. Ein Vergleich von Joachim Hermann mit protestierendem Pack wäre eine Beleidigung für - ach nein, ich denke, damit kämen beide Seiten klar.


Sind wir schon "überfordert"? Spannend ist, wenn man nicht die absolute Zahl der in Deutschland aufgenommenen Flüchtlinge mit der von anderen Ländern vergleicht, sondern das liebe Geld: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro aufgenommenem Flüchtling: Da liegen wir mit über 8 Millionen Euro BIP pro Flüchtling weltweit auf Platz 65 hinter Ländern wie Libanon mit nur 40 000 Euro BIP pro Flüchtling. Wenn wir damit das "Sozialamt der Welt" sind, dann ist der Schäuble ein maoistischer Dschungelkämpfer.



Juni 2015

Außer Griechenland ist ja auch noch allerhand anderes passiert - nur damit es nicht untergeht:

Die SPD hat staatstragend die Vorratsdatenspeicherung mitgetragen. Arme SPD: Dazu müssen sie ja auch noch ihren großen Vorsitzenden tragen und ertragen - Siggi Plopp Gabriel hat vorher mit Rücktritt gedroht, sollte ihn die SPD nicht staatsstragend ertragen. Ein Rücktritt von Sigmar Gabriel - das wäre endlich mal wieder eine soziale Wohltat aus dem Hause SPD und ein Grund, sie zu wählen. Bis dahin gilt: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten. Wer macht uns zu Idioten? SPD-Despoten.

Frankreich möchte wegen der Attentate im Januar Ausländer vom Geheimdienst überwachen lassen. Und zwar alle. Das ist George W. Bush´s patriot act mit ein bißchen sauce marselllaise, mit croissant-förmigen Abhörgeräten. Wegen 20 Terror-Opfern gibt die grande nation ihre Freiheitsrechte auf - wieso kommt niemand auf die Idee, wegen 20 000 Straßenverkehrstoten den Autoverkehr zu unterbinden? Aus dem ehemals stolzen "Vive la France" wird ein fassungsloses "Wie, la France?!"

Weil Bayern insgesamt 3838 Tonnen Atommüll in seinen Reaktoren produziert hat, aber 90 unverschämte Tonnen zurücknehmen soll, hat Seehofer geschäumt wie ein schlecht gezapftes Weißbierglas. Möglicherweise wurde bereits vor längerer Zeit ein Teil des Atommülls in den Hirnanhangdrüsen von Seehofer und seinem Megafon Andreas Scheuer abgelagert.



März 2015

Zwischen Deutschland und Griechenland ist viel Porzellan zerbrochen worden, viele böse Worte fielen, von beiden Seiten. Da hieß es in Deutschland, "Skandal, den Griechen kann man kein Geld geben, die tragen ja nicht mal Krawatten"; prompt kam die Retourkutsche, "selber Skandal, ihr habt einen Finanzminister, der früher mit Schwarzgeldkoffern herumgelaufen ist"; das hat den Schäuble auf die Palme gebracht „diese Griechen sagen Sachen über mich, die – stimmen… das hat sich in meiner Partei noch keiner getraut!“

Und dann noch der Fake vom Fake vom Varoufake-is – der Stinkefinger, den eigentlich Günther Jauch verdient hätte.

Bei all dem ging völlig unter, was die neue griechische Regierung eigentlich wollte: Darüber nachdenken, ob denn für die Zinsen von Hilfskrediten immer nur Arbeitslose, Rentner und kleine Arbeitnehmer bluten müssen.

Aber da hatte sich schon die wirtschaftswissenschaftliche Fachpresse, also die BILD-Zeitung, auf GR eingeschossen. Mit Schlagzeilen wie „Skandal! Griechische Arbeitslose schicken Millionen Euro in die Schweiz“. Selbst WENN griechische Arbeitslose über derart unerfindlich hohe Geldvermögen verfügen sollten: Na und?! Millionen illegal in die Schweiz lotsen, das hat der Juncker damals auch gemacht, nur halt nicht in die Schweiz, sondern nach Luxemburg, und nicht Kohle von Arbeitslosen, sondern von Großkonzernen, dafür aber nicht Millionen Euro, sondern Milliarden. Muss man das in der BILD schreiben? Warum nicht gleich „Skandal! Griechische Rentner grillen zum Abendessen deutsche Steuerzahler-Kinder!“

Und dann war da noch das lästige Darlehen: 476 Mio Reichsmark, die Nazi-Deutschland während der Besatzung Griechenlands dem Land abgepreßt hatte. Ob Deutschland das mal zurückzahlen könnte?

Gut, der Zeitpunkt war etwas ungünstig gewählt.

Aber in der Sache: Kann man doch mal fragen.

Interessant dabei ist die Argumentation der Bundesregierung. Man KÖNNE das Darlehen leider leider nicht an Griechenland zurückzahlen, weil es nämlich gar kein Darlehen war, denn für einen Kredit bräuchte man einen Vertrag, aber dieses Nazi-Darlehen sei unter Zwang zustande gekommen und deshalb kein Vertrag und deshalb fällt es unter Kriegsschulden, und die sind ja abbezahlt, übrigens mit lächerlichen 115 Millionen D-Mark…

Heißt im Klartext: Wenn du für einen Kredit einen Vertrag machst, musst du das Geld zurückzahlen. Wenn du es aber klaust, darfst du es offiziell behalten. Vor diesem Hintergrund sollte man der griechischen Regierung dringend empfehlen, mit der Troika keinen KreditVERTRAG mehr abzuschließen. Sie sollten es besser wie einen Überfall aussehen lassen.



Februar 2015

Die Commerzbank, die ja nie gesagt hat, wer zu dem "Ihrer" ihres Mottos "Die Bank an Ihrer Seite" zählt, hat jetzt leider doch einräumen müssen, an wessen Seite sie steht: An der einer illustren Runde von Steuerflüchtlingen, Geldwäschern, Waffenhändlern und des sonst üblichen Finanzabschaums. In einem Extraservice als Schattenspender und panamaischer Briefkastenfirmenverticker hat die Bank diesem Finanzabschaum geholfen, ihre sauer verdienten Euros an den deutschen Steuergesetzen vorbei zu transferieren. Solcherlei Kunden, denen die Gier aus sämtlichen Körperöffnungen und Nummernkonten quillt und die die Commerzbank bisher - hoppla - zu erwähnen vergaß, wurden intern - Achtung, Anwärter auf das Wort des Jahres - bezeichnet als "ethisch herausgeforderte Endkunden".
Der Begriff ist extrem kreativ und auch passend, denn ethisch herausgefordert ist nun vor allem die Commerzbank: Ist sie doch genau die Großbank, die angesichts der drohenden Hungerkatastrophe für ihre Vorstände (=> "Bankenkrise") vom deutschen Staat 18 Milliarden Euro Hilfsgelder bekommen hat. Hier hat also eine Bank staatliche Hilfsgelder erhalten, deren Geschäft u.a. darin bestand, ihren Kunden dabei zu helfen, genau den Staat zu bescheißen, v.on dem sie Hilfsgelder bekommen hat.
Das ist so, als würde ein Hartz-4-Empfänger neben der Stütze schwarz für eine Firma arbeiten, deren Ziel die Zerschlagung des Sozialstaates ist...
Aber so etwas macht kein Hartz-4-Empfänger. Für so viel destruktive Kreativität wird man erheblich besser entohnt.



Januar 2015

Endlich mal wieder ein sinnvolles Unwort des Jahres: Die Lügenpresse.
Denn es macht deutlich, wie sehr Pegida eine einzige Anmaßung ist: "Lügenpresse" ist die von den tumben Trotteln vorgenommene Verwendung eines Begriffes aus der Nazi-Propaganda, angewandt auf Medien, die den tumben Trotteln von Pegida nicht passen. Ferner: Die Anmaßung der "Montagsdemos" ist eine Zumutung für Menschen, die 1989 für Freiheit und Toleranz etwas riskiert haben. Die Behauptung "Wir sind das Volk" ist eine unglaubliche Anmaßung für alle in diesem Land, deren Hirne und Herzen nicht von kleingeistigem Empörungsgeblubber zerfressen sind.
Und jetzt? Das Blut der Attentate in Paris ist noch nicht mal getrocknet, schon werden die Toten für allerlei Zwecke vereinnahmt: Pegida-Marschierer maßen sich an, auch Charlie zu sein - das ist, als würde sich Josef Blatter als Brot-für-die-Welt-Aktivist verkleiden.Und, natürlich: CDU/CSU und Geheimdienste fordern zur Rettung des Abendlandes die Vorratsdaten-Speicherung. Da ist es nur ein unbedeutendes Detail, dass Frankreich die Vorratsdatenspeicherung schon hat, aber genau damit genau dieses Verbrechen nicht verhindern konnte. Als Beleg für eine Verbrechensbekämpfugs-methode ein Verbrechen heranzuziehen, das mit dieser Methode eben nicht verhindert werden konnte - das kann man machen. Aber genauso gut könnte man vorschlagen "setzt doch unseren Polizisten auch so lustige Bärenfell-Mützen auf wie den englischen Bobbies". Das nützt zwar nix gegen Attentate, aber dann sehen deren Köpfe wenigstens von außen so aus wie der Kopf von Horst Seehofer von innen.
Nach diesen furchtbaren Attentaten brauchen wir jetzt nicht noch mehr Überwachung. Wir brauchen eher Strafen. Drakonische Strafen! Solche wie die, die der Bürgermeister von Oslo, Fabian Stang, nach den gruseligen Morden von Anders Breivik gefordert hat: "Wir werden den Täter bestrafen. Die Strafe wird darin bestehen, dass wir noch toleranter, noch demokratischer und noch generöser sein werden als vorher."
Friede sei mit uns. Man muss es nur tun.



15. Dezember 2014

Nachdem die Unsitte um sich gegriffen hat, diejenigen, die sich ein möglichst umfassendes Bild einer komplexen Konfliktsituation zu machen versuchen, als "Putinversteher" mit Häme zu übergießen, möchte ich nun eine neue Sitte begründen: Und zwar die Sitte, diejenigen, die ein möglichst dumpfes Bild einer gar nicht vorhandenen Konfliktsituation zu verbreiten versuchen, mit Häme zu übergießen, und zwar die Pegida-Teilnehmer-Sorgen-aus-der-Mitte-der-Gesellschaft-Ernstnehmer. Allen voran so etwas wie CSU-Generalsekret Andreas Scheuer. Eine Partei, die zuerst mittels Betreuungsgeld Migrantenfamilien von frühkindlicher Bildung ausschließt und genau diesen dann vorzuschreiben trachtet, in welcher Sprache sie ihren Kindern zu Hause Gutenachtlieder vorzusingen haben, nämlich auf deutsch - hat sich aus dieser Diskussion ohnehin längst verabschiedet. Weitere Kostprobe: Nach dem Brandanschlag auf die noch nicht bezogene Flüchtlingsunterkunft im fränkischen Vorra fand man am Tatort u.a. zwei aufgesprühte Hakenkreuze. Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann sagte dazu: "Die rechtsradikalen Schmierereien könnten ein Hinweis darauf sein, dass es sich um eine Straftat mit rechtsradiklem Hintergrund handeln könnte."
Wow, das ist der Scharfsinn eines erfahrenen Innenpolitikers...! Der glaubt es nicht, auch wenn sie ihm einen Gartenzwerg in SS-Uniform in den Vorgarten stellen und Hkenkreuze auf seinen gegeelten Schädel tätowieren.

Bei Pegida gibt es nichts zu verstehen und nix ernstzunehmen. Pegida bedeutet "Plärrende Ewiggestrige gehören in den Abort."



3. Dezember 2014

Mein Jahresrückblick läuft. Und von mir aus kann DAS Jahr sowieso zu Ende gehen. Beim Zurückblicken fiel mir selbst nochmal auf, was überhaupt alles los gewesen ist diese Jahr. Und manche Ereignisse werfen die Frage auf, ob ein Großteil unserer Medien gleichgeschaltet ist oder einfach nur einen an der Waffel hat. Nur zum Beispiel: GdL-Chef Claus Weselsky wird seit geraumer Zeit medial als Verkörperung des Bösen in Deutschland gehandelt - das Böse spricht sächsisch, man hat es immer geahnt! Weil er "das ganze Land lahmgelegt" habe aus "Starrsinn", wegen eines "Details" im Taorb rifangebot der Bahn.
Aha.
Wenn der strittige Punkt zwischen GdL und Bahn nur ein "Detail" wäre - dnn trüge doch die Bahn mindestens dieselbe Schuld am "Lahmlegen des ganzen Landes", weil sie so starrsinnig ist, dem sächsisch sprechenden Bösen dieses Detail nicht zuzugestehen? Dieses "Detail" war aber ein Maulkorb für Gewerkschaft - ssie sollte für einen Teil ihrer Mitglieder (Zugbegleiter und andere) die Zuständigkeit abgeben. Das ist so, als würde man Horst Seehofer vorschlagen, er solle für die in Bayern lebenden Schwaben die zuständigkeit abgeben, weil die Schwaben ja mehrheitlich von Baden-Württemberg vertreten werden. (Wobei ich keineswegs Claus Weselsky mit Horst Seehofer vergleichen wollte! Das wäre nicht fair für Weselsky.) Das lles will die Bahn unbedingt, weil es unter gar keinen Umständen zwei verschiedene Tarifverträge für eine Berufsgruppe geben dürfe. Das wiederum ist in Deutschland noch nie vorgekommen, auch nicht in Berufsgruppen, die sehr wohl von zwei verschiedenen Gewerkschaften vertreten werden  - man hat sich immer auf einen  Vertrg geeinigt. Die Bahn will also um jeden Preis etwas verhindern, was noch nie passiert ist. Warum? Weil sie die Zugbegleiter etc. lieber von der Konkurrenzgewerkschaft EVG vertreten haben möchte. Warum? Weil das die Gewerkschaft ist, in die Bahn-Vorstand Norbert Hansen beste Verbindungen hat, weil ihn die Bahn genau aus dieser Gewerkschaft vor ein paar Jahren für einige Millionen Euro heraus- und zahmgekauft hat. Das nicht mitmchen zu wollen ist das Vergehen von GdL-Chef Weselsky. und dafür haben die Medien mehrheitlich Claus Weselsky als eitlen Dickschädel kaputtgeschrieben. Warum? Weil damit das Streikrecht sturmreif geschossen wurde. Und Andrea Nahles, die übereifrige Merkel-Schülerin aus der Voreifel, ihr Tarifeinheitsgesetz durchbringen konnte, das die Macht kleiner Gewerkschaften "brechen" sollte. Oho, Macht brechen...! Andrea Nahles sollte sich wieder auf ihre Kernkompetenz besinnen: Die Neu-Interpretation von Pippi-Langstrumpf-Liedern vor dem Bundestag.

So, das wardas Medienecho auf Claus Weselsky, weil er so viel "Schaden für unser Land" angerichtet habe.

Fast gleichzeitig kam heraus, dass der neue EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker als luxemburgischer Ministerpräsident jahrzehntelang seine EU-Kollegen um ihre Steuereinnahmen beschissen hat. Gab es daraufhin eine weselskyeske Medienkampagne? Nicht... so... richtig... Die Medien haben einhellig fabuliert, dass gerade diese steuerpardiesische Betrüger Juncker einen tollen Neuanfang in der Steuerpolitik der EU verkörpern könne. Aha.
Vergleichen wir mal - als Legimitaionskriterium für Medienkampagnen - die Schäden, die diese beiden Personen angerichtet haben: WENN Claus Weselsky überhaupt einen "Schaden" angerichtet hat (den ja die Bahn genauso zu verantworten hätte), indem er ein verfassungsgemäßes Recht genutzt hat, dann wären das etwa 20 Millionen Euro Schaden pro Streiktag; macht bei etwa 10 Streiktagen etwa 200 Millionen.
Jean-Claude Juncker hat durch sein Steuerdumping einen Schaden in Höhe etwa eines zweistelligen Milliardenbetrages pro Jahr angerichtet, macht bei über 20 Jahren als Ministerpräsident mindestens 200 Milliarden - das ist das 1000fache des Weselsky-"Schadens".

Wo ist hier der Empörungsmaßstb für die Medienkampagne? In der Schublade von Springer-Chef Mathias Döpfner? Im Hobbykeller von FAZ-Herausgeber Holger Stelzner? Unter dem Gesangbuch von Andrea Nahles?



Ende Oktober 2014

Hurra, es gibt einen Neuanfang in der EU-Kommission! Die alte Kommission unter Stumpfkopp Manuel Barroso tritt ab. Es folgt der erste direkt gewählte Präsident Jean-Claude Juncker, der immer so frisch wirkt, als habe er die letzten Wochen in der Manteltasche eines Tabaklobbyisten verbracht. Und seine Truppe ist wahrlich ein Reigen des Aufbruchs und der Morgenröte: Kommissar für Klima, Energie und Sexismus wird Miguel Arias Canete, ein Mann mit ausgeprägten finanziellen Verbindungen zur Ölindustrie; nicht minder reizvoll schien die Idee zu sein, in Jonathan Hill einen langjährigen Bankenlobbyisten zum Kommissar für die Finanzmärkte zu machen. Geradezu unwiderstehlich wird die neue Kommission durch den Ungarn Tibor Nacvracsics – wer würde besser in das Amt eines Kommissars für Bürgerrechte passen als jemand, der sich zuvor als Justiz-Scherge des Faschisten Orban als Experte für das Niederschlagen von Bürgerrechten profiliert hat? Eher putzig ist dagegen die Berufung der Slowenin Violeta Bulc als Verkehrskommissarin, die zwar von Verkehr keine Ahnung hat, aber immerhin zwei Tage Zeit bekam, sich einen kleinen Überblick über das gesamte europäische Verkehrssystem draufzuschaffen. Damit sie den harten kritischen Prüfungsfragen des EU-Parlaments standhalten konnte, das sich wiederum bereits vorher mit obszöner schwarz-roter Mehrheit auf die Formel geeinigt hatte „Wer nicht bucklig ist oder drei Augen hat, kommt durch“. Bei einem müssen sie ein Auge zugedrückt haben - damit es auch in der neuen Kommission was zu lachen gibt, hat man uns Günther Oettinger erhalten, als Comissioner for didschitäl infraschtracktschr. Die harten kritischen Fragen des EU-Parlaments parierte er locker mit dem Hinweis, er sei „jeden Tag online“ und das Internet könne „durchaus eine Erleichterung sein“. Welch nerdhafter Kenntnisreichtum! Manchmal würde er sich sogar „über sein smartphone (!) selbst (!!) Termine in den Kalender schreiben (!!!).“ Man wagt gar nicht zu denken, dass er womöglich so ausgeflippt ist, auch digitale Fotos zu speichern. Oettinger als Digitalkommissar – wo ohnehin alles aus Nullen und Einsen besteht, muss eben einer die Null verkörpern. Wäre ich krimineller Hacker oder NSA-Agent, würde ich jetzt eine angemessene Feierlichkeit mit großen Mengen edlen Schaumweins französischer Herkunft anberaumen.

Es war ja auch nicht viel Zeit, die neue Kommission sollte jetzt GANZ SCHNELL antreten – warum eigentlich? Womöglich weil gerade jetzt herauskam, dass Kommissions-Präsi Jean-Claude Juncker als Ministerpräsi zu Hause in Luxemburg internationale Konzerne mit illegalem Steuerdumping gelockt hat. Es wird also jemand Kommissionspräsident, der den europäischen Gedanken so vertritt, indem er für seinen Vorteil die anderen Mitgliedsstaaten unterbietet und verarscht.

Mit dieser Art europäischer Personalpolitik hat Deutschland angefangen: Bei uns wird der Müll sauber getrennt, und nur das, was absolut nicht wiederverwendbar ist, schickt man nach Brüssel. Doof ist, dass wir so dominant sind, jetzt machen uns das alle nach…




September 2014
Es ist richtig was los auf der Welt, worüber wir uns dringend Gedanken machen sollten. Ukraine-Krieg, Steinzeit-Taliban im Nordirak, hunderttausende Flüchtlinge, Jugendarbeitslosigkeit in der EU, ein neuer Spitzenwert an CO2 in der Atmosphäre - um nur einige zu nennen.
Und was gibt es in der deutschen Politik? Die Pkw-Maut und die AfD.
Was soll man dazu noch sagen?
Ein Verkehrs-"Konzept", in dem die planende Doofbrindte Fahrzeuge zwischen 3,5 und 12 Tonnen ganz einfach vergessen hat und das ansonsten nicht den geringsten, die Wahrnehmungsschwelle überschreitenden Sinn hat, ist nicht einmal satirewürdig.
An der AfD ist wenn überhaupt bemerkenswert, dass sie gewählt wird. Um mit einem Vorurteil aufzuräumen: Die AfD ist nicht rechts. Sie ist lediglich fremdenfeindlich, rückwärtsgewandt, homophob, marktradikal, antisozial und elitär. Neben ihren Wahlkampf-Slogans ("Wir sind nicht das Welt-Sozialamt") lohnt ein Blick darauf, was ihr Chef, das eloquente Frettchen bernd Lucke und seine Konsorten abseits von Talkshows so dahersalbadern. Zum Beispiel Vorstandsmitglied Konrad Adam zum Thema Wahlrecht: "Erst spät in der Entwicklung der Demokratie ist Besitz als Voraaussetzung für das Wahlrecht entfallen. Ob das aber ein Fortschritt war, kann man mit einigem Recht bezweifeln." Wahlrecht an Besitztum koppeln - so was hat noch nicht mal Rainer Brüderle  nach drei Flaschen Müller-Thurgau verzapft.
Man muss offenbar damit leben, dass 10-15% der Bevölkerung fremdenfeindlich, rückwärtsgewandt, homophob, marktradikal, antisozial und elitär sind. Nich schön, aber is so.
Etwas ungemütlich ist die Tatsache, dass es Deutschland gerade - sagen wir mal, nicht wirklich schlecht geht. Schäuble hockt auf der schwarzen Null (möglicherweise IST er die schwarze Null...), der deutsche Export knallt, wir haben einen Spitzenwert an Erwerbstätigen im Land. wie wird wohl gewählt, wenn das Ganze auch nur annähernd in Richtung Scheiße kippt?
Viele bisherige Nichtwähler haben  AfD gewählt. Das motiviert zu einem Aufruf: Liebe Nichtwähler, könnt Ihr Euch bitte wieder auf Eure Kernkompetenz besinnen und bei der nächsten Wahl wieder zu Hause bleiben? Und dort vielleicht auf dem Sofa mit der Doofbrindte und dem Rest der CSU Details der Maut mit Modellautos nachspielen? Dann könnte man sich mit den Dingen beschäftigen, die gerade auf der Welt los sind und über die wir uns dringend Gedanken machen sollten.


 

Juli 2014
Ich erwäge, einen neuen Wettbewerb für die lachhafteste Aussage des Jahres ins Leben zu rufen.
Sicherlich plaziert werden müsste Franz Beckenbauer - kein Jahr ohne lachhafte Aussage von der Lichtgestalt. Im letzten Jahr waren es die von ihm nicht gesehenen Sklaven von Katar. Dieses Jahr ist es sein nicht befähigtes Englisch: Er habe den Fifa-Fragebogen zu seiner Rolle bei den WM-Vergaben nach Katar 2022 und Russland 2018 deshalb nicht beantwortet, weil dieser auf Englisch verfasst gewesen sei, und das (Emglisch) habe er nicht verstanden.
Man mag es ihm fast glauben, wie er so lustig-oettingerhaft in seinem München-Giesing-Lichtgestalt-ja-gut-äh-Englisch herumstöpselt. Man hat ihm einen in Deutsch verfassten  Fragenbogen nachgesendet... Aber man fragt sich dennoch, wie die stammelnde Lichtgestalt denn alle die Jahre für die Fifa quasi im Alleingang Weltmeisterschaften organisiert hat und für den FC Bayern eine Art Außenminister gewesen ist ohne Englischkenntnisse... Ja gut äh, vielleicht haben es ja die Sklaven von Katar auf Giesingbayrisch übersetzt. Natürlich ohne Ketten und ohne Büßerkappen auf dem Kopf.

Außerdem dringend plazierungswürdig für die lachhaftetste Aussage: et Ursula. Die von der Leyen. Mit der Aussage zu der von ihr gewünschten  bewaffnungsfähigen Drohne: "Vor JEDEM Einsatz einer solchen Drohne wird ein Mandat des Deutschen Bundestages eingeholt". Vor jedem Schuß... Das ist allein deswegen lustig, weil die Drohnen ja angeschafft werden sollen für "die Sicherheit der deutschen Soldaten auf dem Schlachtfeld". Da steht also der deustche Soldat auf dem Schlachtfeld und kann im Gefecht nur mit einem gezielten Schuss einer bewaffneten Drohne gerettet werden. Ob er aber wirklich gerettet wird, wenn der Einsatzkommandierende zuerst das Parlament anrufen und die Zustimmung zu diesem Einsatz erbitten muss?
Erheiterungsfähig ist auch Ursulas Position zu der Frage, ob eine solche bewaffnungsfähige Drohne selbst entwickelt oder aus einem anderen Land angekauft werden soll: Beides nicht. Selbst entwickeln hat de Maziere schon mal versucht, und als man die Drohne mit dem Namen Eurohawk fertig hatte, hat man festgestellt, dass es Gesetze gibt, wegen denen sie nicht fliegen darf. Doof gelaufen. Kaufen will man aber auch nicht, weil man sich damit ja trotzdem hinstellen und sagen müsste "seht her, wir haben jetzt eine bewaffnungsfähige Drohne". Nein, man will die Drohnen im Bedarfsfall leasen. Wahrscheinlich, weil man die Leasing-Gebühren von der Steuer absetzen kann. Offen ist die Frage, wie der Leasingpartner der bewaffnungsfähigen Drohne damit umgeht, wenn man die Bewaffnung der bewaffnungsfähigen Drohne verballert hat. Abgeschossene Raketen kann man so schlecht zurückgeben.
Und wie sich das für den im Feld liegenden, dringend zu rettenden Soldaten auswirkt, wenn vor seiner dringenden Rettung durch die bewaffnungsfähige Drohne nicht nur das Parlament befragt, sondern auch noch der Leasingvertrag unterzeichnet werden muss... 
Wenn das Ursula den Mund aufmacht klingt irgendwie alles wie "wir wollen für alle Kinder ein warmes Mittagessen".
Wahr ist: Bewaffnete Drohnen können NUR für Auslandseinsätze genutzt werden.
Die SPD ist ganz doll verschnupft, weil das Erarbeiten superschwammiger Positionen eigentlich IHR Kerngeschäft ist, welches ihr et Ursula jetzt bei der Drohnenfrage weggeschnappt hat.
Und die Kinder haben immer noch kein Mittagessen.

 



Mai/Juni 2014
Eine Folge des Ukraine-Konfliktes, die zumindest für die USA extrem komfortabel ist: Weil der böse Russe wieder vorschriftsgemäß böse ist, rückt der Westen wieder zusammen. Wir erleben eine Renaissance dieses Kalten-Krieg-Dinosauriers namens Nato! Man fuckt die EU nicht mehr, weil man sie jetzt wieder als Pufferzone vor dem bösen Russen braucht. Man konnte durch den wieder erbösten Russen die Länder der Nicht-mehr-Fuck-the-EU sogar überreden, ihre Militärbudgets zu erhöhen mit dem Argument „heute die Krim, morgen die Eifel“.
Das alles ist für die USA so komfortabel, man könnte fast auf den Gedanken kommen: Wenn dieser ukrainische Bürgerkrieg nicht einfach so passiert wäre - die CIA hätte ihn erfinden müssen. Einen Bürgerkrieg in diesem fernen Land Ukraine, das in neuesten Umfragen über 80% der Amerikaner zielsicher als Nachbarn von Venezuela verortet haben. Also in Afrika. Na, Hauptsache Italien...
Und das Wichtigste In einem so schlimmen Konflikt wie dem Ukraine-Konflikt ist der lästige NSA-Skandal für die Waffenbrüderschaft zwischen Deutschland und den USA etwa so nützlich wie ein Ballettkleid für Rainer Calmund.
Deshalb: No-Spy-Abkommen – war da was? Letztlich ist es besser, dass aus dem Abkommen nichts geworden ist. Ein Abkommen zwischen Deutschland und den USA, das ist wie ein Abkommen zwischen Gans und Fuchs. Ein No-Fress-Abkommen. Was macht die Gans, wenn der Fuchs sich nicht an das Abkommen hält...?
Jetzt läuft der NSA-Untersuchungsausschuß. Das erkennt man daran, dass die Bundesregierung lästige Anträge der Opposition mit ihrer obszönen Mehrheit ablehnt und dafür über ihren Sprecher, den seibernden Steffen, lustige Erklärungen absondern läßt. Warum die Bundesregierung Edward Snowden am liebsten gar nicht, auf keinen Fall aber in Deutschland vernehmen möchte, hat sie so begründet: „Die seit dem Ende des zweiten Weltkrieges historisch gewachsenen bilateralen Beziehungen zu den USA sind angesichts der engen Zusammenarbeit bei nahezu allen wichtigen außen- und sicherheitspolitischen Fragen sowie angesichts der intensiven Wirtschaftsbeziehungen mit sehr hohen Handels- und Investitionsvolumina von fundamentaler Bedeutung für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bundesrepublik Deutschland.“
Das ist die diplomatische Übersetzung für „Wir haben die Hose so voll, dass es uns gleich oben am Hemdkragen rausläuft“.
Und das ist noch die unverstelltere Variante. Es gibt auch noch solche Leute wie SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, ein Mann mit einer politischen Haltung – also, wenn Sie Thomas Oppermann in einen Windkanal stellen, dann gibt das einen cw-Wert unterhalb dem eines eingeseiften Frettchens. Leute wie Thomas Oppermann – und davon gibt es in der Koalition einige -  behaupten, man würde Snowden ja total gerne in Deutschland vernehmen, aber es geht deswegen nicht, weil man leider leider nicht für seine Sicherheit garantieren könne. Das soll so klingen, als würde man sich verantwortlich um Edward Snowden sorgen. Es bedeutet aber übersetzt: „Ich hab die Hosen sogar so voll, dass es mir nur deswegen nicht oben am Hemdkragen herausläuft, weil ich mir den Schlips enger gebunden habe.“
Da erfreut einen doch im Vergleich die erfrischend ehrliche Aussage von Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen, Edward Snowden sei ein „Verräter, der die NSA ausgeplündert“ habe - das ist der gute alte Verfassungsschutz, unser großartiger think-tank für angewandte Dilletanz.

Was war das nochmal, dieser NSA-Skandal, der jetzt in der Beziehung zu den USA ü-ber-haupt kein Thema mehr ist? Kurz gesagt: Überwachung und Speicherung der gesamten elektronischen Kommunikation dieses Landes, das Botschaftsgebäude als Spionageplattform benutzt, und seit über 10 Jahren die Handys deutscher Regierungschefs abgehört – u.a.! Die Bundeskanzlerin hat sich dagegen in allerschärfster Form zur Wehr gesetzt: „Freunde ausspionieren, das geht gar nicht.“Und fertig. Diese Strategie war höchst erfolgreich: Merkels Handy wird jetzt nicht mehr abgehört. Barack Obama hat es versprochen, er hört nicht mehr zu, wenn sie redet. Als Konsequenz haben ranghohe NSA-Mitarbeiter eingeräumt, dass dafür über 300 Führungspersonen aus der deutschen Politik persönlich überwacht werden.
Und die Bundesregierung behauptet immer noch, sie habe das alles gar nicht gewußt. Dabei gibt es seit Jahren Verträge zwischen deutschen Behörden und der NSA. Beispiel: Die gesamte Verschlüsselungstechnik für den Emailverkehr von Bundesregierung und Bundestag wurde installiert von einer Tochterfirma der NSA. Das heißt: die Bundesregierung traut sich nicht, den Zeugen des gigantischen Einbruchs in unser aller Privatsphäre zu vernehmen, und sie läßt sich vom Einbrecher persönlich ihre Türen und Schlösser liefern.

Ferner möchte die Opposition vor dem NSA-Untersuchungsausschuß klären, ob die USA von deutschem Boden ausgehend Drohnen starten, mit denen völkerrechtswidrig Menschen ermordet werden. Der mehrjährige amerikanische Drohnenpilot Brandon Bryant hat dazu ausgesagt  - natürlich nicht vor dem Ausschuß, sondern im Fernsehen bei Reinhold Beckmann: „Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich“. Das will die Bundesregierung jetzt „prüfen“. Das ist süß. Das US-Militär betreibt von fünf riesigen weltweiten Daten- und Einsatzzentren für den Drohnenkrieg eines in Deutschland, in Ramstein, und dort, in Ramstein, befindet sich auch der größte US-Militärflug-hafen außerhalb der USA. Die ganze Anlage ist etwa so groß wie das Saarland. Und die Bundesregierung will „prüfen“, ob von dort aus Drohnen starten. Das ist so, als würde man auf Satellitenbildern die Autobahn A3 sehen und würde dann in einem langen Verfahren „prüfen“, ob es denkbar ist, dass dort Autos fahren.
Okay, die Bundesregierung sitzt in Berlin. Und in Berlin hat man die Erfahrung gemacht: Ein riesiger Flughafen ist noch kein Beleg dafür, dass da auch Flugzeuge fliegen.
Noch besser ist aber, dass die Bundesregierung vorsorglich schon VOR dieser Prüfung (ob am Militärflughafen Ramstein Drohnen starten) angemerkt hat, dass man ohnehin „völkerrechtlich nichts dagegen tun“ könne.
Wie?!
Stellen wir uns vor, eine Bande von - sagen wir mal, pakistanischen Soldaten - würde sich im Pfälzer Wald verstecken und von dort regelmäßig ausrücken, um in der Schweiz oder Belgien Leute abzuknallen, die ihnen nicht passen. Und wenn die Belgier oder die Schweizer sich beschweren sagt die Bundesregierung „sorry, wir können leider leider völkerrechtlich nichts dagegen tun“?!
Das können der Altmaier und der seibernde Steffen ihren Großmüttern erzählen. Aber bis selbst eine senile Großmutter das glauben würde - so viel Klosterfrau Melissengeist kriegen Sie in eine handelsübliche Großmutter gar nicht reingeschüttet.

 



April 2014
In der Ukraine herrscht Propagandakrieg - wer hat auf dem Maidan auf unbewaffnete Demonstranten geschossen? Wieso waren die EU-Länder erst so lange nach Janukowitschs Flucht mutig genug, seine geklauten Gelder einzufrieren, dass er Zeit genug hatte, gemütlich alle seine geklauten Gelder von europäischen Konten einzusammeln, ehe ihm seine geklauten Gelder eingefroren werden?
In der Ukraine brodelt es, aber natürlich geht im Westen viel mehr die Angst um: Was, wenn uns der Russe aus Rache für Sanktionen den Gashahn zudreht? Man will ja schon irgendwie den Russen bestrafen, aber trotzdem weiter warm duschen. Ganz still geworden in diesem
Zusammenhang ist es um den Rostocker Geostrategen Joachim Gauck, die intellektuelle Hämorrhoidensalbe der Republik. Seit seinem "Deutschland muss sich mehr Einmischen" - Interventionsgeschwafel wirkt er, als hätte man bei ihm nicht nur das Gas, sondern auch die Sauerstoffzufuhr in sein Gehirn abgedreht.
Der Westen - das ist diese Wertegemeinschaft, in der kürzlich der eine Verbündete über seine anderen Verbündeten gesagt hat: "Fuck the EU!" - dieser Westen, der noch im Februar die neue ukrainische Regierung am Würfeltisch festlegen wollte, wirkt ein wenig planlos. EU-Kommissionschef Manuel Barroso am 5.3.: "Die EU ist nicht bereit, die faktische Übernahme der Krim durch Russland hinzunehmen." Boah! Aber schon der nächste Satz ist wieder lustig: "Darüber, wie das bewerkstelligt werden soll, herrscht noch Unklarheit". Man sieht förmlich, wie sich Wladimir Putin vor Angst windet.
Die Rollenverteilung ist klar: Gut gegen Böse. Der böse Bube ist der Mann, dem man die Olympischen Winterspiele 2014 und die Fußball-WM 2018 anvertraut hat; und für die WM 2018 besorgt er sich gerade ein paar neue Austragungsorte. Und die Guten, das ist die EU, die der Ukraine 11 Milliarden Euro leihen will. Wen stört es da noch, dass diese Finanzhilfe an die Bedingung gekoppelt ist, dass die Ukraine ein Kredit- und Reformprogramm des IWF in Anspruch nehmen muss, das wiederum u.a. Folgendes erfordert: Eine sofortige Erhöhung der Gaspreise um 200%. Die Taschen der ukrainischen Bevölkerung sind etwa so leer wie die Taschen eines Mitgliedes der Übergangsregierung im nackten Zustand. Heißt: Frieren für die EU. Allerdings erhöht jetzt Gazprom (der Konzern, für den der lupenreine Putinfreund und Politrentner Gerhard Schröder arbeitet) die Preise aus Rache ebenfalls. Gut, dass Frühling ist.



Februar 2014
Neues vom No-Spy-Abkommen zwischen Deutschland und den USA: sie haben die Zusage erkämpft, dass Merkels Handy nicht mehr abgehört werden. (Gelächter jenseits des Atlantiks)
Aber: Dafür wird verstärkt Merkels Umfeld abgehört, u.a. Thomas de Maziere ist in den Fokus gerückt. Insgesamt werden 320 Entscheidungsträger aus der deutschen Politik und Wirtschaft abgehört. Überraschung…!
Hat man Proteste gehört? Nein, die Verhandlungen für das Freihandelsabkommen laufen ja noch.


Eine der lustigsten Nachrichten des Jahres: „Bayerns Energiepolitik fehlt klare Linie“.
Da hab ich gelacht. Das ist so wie „Neues von der Schwerkraft: Auch Bananen fallen nach unten.“ In Bayern regiert ER (…).
Aber im Detail: Seehofer kämpft gerade auf Seiten des bayrischen Volkes gegen Stromtrassen, die er selbst noch vor wenigen Monaten mitbeschlossen hat. Bayern gegen Berlin, weil in Berlin Leute regieren, die wo keine Ahnung von Bayern haben. Auch wenn in Berlin maßgeblich Bayern mitregieren, dann sind des halt Bayern, die wo von Bayern keine Ahnung haben; und auch wenn man selbst in Berlin mitregiert, dann ist das halt ein Selbst, das wo keine Ahnung von Bayern hat, zumindest wenn bald Kommunalwahl ist.

Es gibt so wenige lustige Sachen in der Politik. Gut, dass es den Horst gibt. Jetzt aber kam dazu: Das bayrische Wirtschaftsministerium selbst hat noch größere Ausbaupläne, als die, gegen die Seehofer gerade an Seite des bayrischen Volkes kämpft.
Der Seehofer ist nicht nur ein Horst. Das ist ein Vollhorst. Nicht nur, dass er wie Don Quichotte unermüdlich gegen Windmühlen kämpft, er hat sogar eigens Leute eingestellt, die die Windmühlen für ihn immer schneller drehen.
Ich möchte die Pläne Bayerns unterstützen, dass man nur noch dann gegen Windmühlen kämpfen darf, wenn der Ministerpräsident mindestens 2 Lichtjahre von der nächsten menschlichen Siedlung entfernt aufgestellt wird. Da kann er dann durchdrehen und keinen störts.

 



Januar 2014
Die neue Bundesregierung hatte einen tollen Start!
Zuerst Angela Merkels Neujahrs-Ankündigung, öfter ihr Hirn an die frische Luft zu halten. Da dachte man noch, "kann ja was werden".
Aber kaum ausgesprochen, legt sie sich beim Skifahren auf die Backe. Bzw. trug sie einen "Anbruch des Beckenrings" davon. Auf deutsch: Einen Sprung in der Schüssel. Man hat es immer geahnt, jetzt haben wir es als medizinische Diagnose.
Dann hat man ein "No-Spy-Abkommen" mit den USA anvisiert. Die US-Vertreter haben sich aber geweigert, auf die Belauschung von deutschen Spitzenpolitikern zu verzichten. Und schon war das "No-Spy-Abkommen" geplatzt, schade aber auch.
Aber wie blöd muss eigentlich die Gans sein zu glauben, sie könne mit dem Fuchs ein "Abkommen" schließen?
Dann hat die Pippi-Langstrumpf-Interpretin aus der Voreifel, die zur Ministerin für Arbeit und Soziales aufgestiegen ist, für 60 Milliarden Euro Renten-Geschenke verteilt, von denen kaum jemand etwas hat, wofür aber alle jungen Menschen in Form höherer Rentenbeiträge bezahlen werden - pardon, alle Jungen, die ein Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze haben. Wer mehr verdient, ist ja ausgenommen.
Und dann kam auch noch der aufgeblasene Goslarer, der Minister für Super, und hat eine Konsequenz aus den gestiegenen Stromkosten infolge der Energiewende gezogen: Weniger Förderung der Windenergie. Daran sieht man sofort, dass dieser Regierung und diesem Superminister nichts wichtiger als die Energiewende ist. als Konsequenz teuren Stroms den Ausbau verknappen - das ist so als würde man infolge steigender Brotpreise das Backen von Schwarzbrot einschränken. Der Super-Goslarer ändert nichts am schwachsinnigen System, die Ökostrom-Förderung auf die Strompreise draufzuschlagen. Das ist Energiepolitik, so vorausschauend wie der Blick eines Zierfisches in einem 10-Liter-Aquarium.

Da war es konsequent, dass Merkel die historisch erste Regierungserklärung im Sitzen abgegeben hat. Denn hinsetzen, das mußte ich dann auch erstmal.



November 2013
Es gab einen Wendepunkt in den Deutsch-Amerikanischen Beziehungen. Es war zwar bereits bekannt, dass die NSA in Deutschland millionenfach und widerrechtlich Daten abgesaugt und gespeichert haben. Die Bundesregierung erklärte: „Freunde ausspionieren – das geht gar nicht“.
Im Oktober ging aber aus Edward Snowdens Enthüllungen hervor, dass u.a. auch Angela Merkels Handy abgehört worden ist, 10 Jahre lang. Und da platzte der Kanzlerin der Kragen: „Befreundete Regierungschefs ausspionieren – das geht gar nicht“.
NSA-Chef Keith Alexander sagte, „wir verfolgen mit diesen Programmen Terroristen“.
Wenn sie Angela Merkel abhören?

Was geschah nach den jüngsten Enthüllungen - ein weißhaariges, ältliches, schmächtiges Männlein mit Theo-Waigel-Gedächtnis-Augenbrauen flog kurzerhand geheim zu Edward Snowden. Dieser war bereit, der Bundesregierung zu helfen und Aussage darüber zu machen, was die NSA konkret noch alles gegen die Bundesrepublik unternommen hat. Die Bundesregierung will ihn aber auf keinen Fall in Deutschland aussagen lassen, um „die Beziehungen zu den USA nicht noch mehr zu belasten, als sie es jetzt schon sind“.
So was sagt der Regierungssprecher, der seibernde Steffen, ohne zu lachen, auf das Bundespressekonferenz-Tischchen zu brechen oder wenigstens rot zu werden.
Denn das heißt im Klartext: Die Bundesregierung traut sich nicht einmal, den Zeugen eines millionenfachen Einbruches zu vernehmen.
Damit aber nicht genug: Tröpfchenweise kam heraus, dass die Bundesregierung seit Jahren Verträge mit der NSA und ihren Tochterfirmen aus der Folter- und Entführungsbranche hatte, u.a. über die Lieferung von Sicherheitstechnik. Die Email-Verschlüsselung der Bundesregierung und des Bundestages wurde von so einer NSA-Tochterfirma geliefert. Heißt: Wir trauen uns nicht, den Zeugen des Einbruchs zu vernehmen, und wir lassen uns vom Einbrecher persönlich unsere Türen und Schlösser liefern. Auf diese Weise muss man keine Angst haben, es sich mit dem Einbrecher zu verderben - er wird weiter bei uns einbrechen.

 

Wie geht das weiter mit der „Partnerschaft“ mit den USA? Wenn wir uns nicht einmal trauen, den Zeugen des Einbruchs zu befragen. Vor was sollten unsere „Partner“ in Zukunft zurückschrecken? Der Kanzlerin Handy nicht nur abzuhören, sondern es auch abstürzen zu lassen, wenn ihnen die letzte sms an Gabriel betreffend Freihandelsabkommen nicht paßt? Eine Zeitungsredaktion zu hacken, die über NSA-Details von Snowden berichtet? Den Redakteur mit einer Drohne zu erledigen?
Warum nicht? Die schärfste denkbare Reaktion wäre „Spiegel-Redakteure von befreundeten Ländern zu erschießen, das geht gar nicht“.

Nein, wir können die Beziehungen nicht weiter belasten. Die USA sind nun mal die Führungsnation: Eine Führungsnation, die jedes Jahr einmal von ein paar religiösen Irren an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht wird. Eine Führungsnation, deren Geheimdienste Milliarden von Daten klauen, erfassen und verarbeiten, deren Regierung aber nicht einmal eine Homepage für ein vorsintflutliches Gesundheitssystem auf die Kette kriegt.

Als ich vorhin von der „kleinen Uckermärkerin“ sprach, war das nicht willkürlich, sondern mit Bezug auf Geheimdienst-Informationen eines befreundeten Landes - NSA-Chef Keith Alexander hat noch etwas zu den Praktiken der NSA gesagt: „Als Kind habe ich auch gesagt, warum soll ich ein Bad nehmen? Es muß doch eine bessere Methode geben? Aber als Erwachsener weiß man aber, dass man baden oder duschen muß.“
Und so ist das auch mit den NSA-Spionageprogrammen: Keith Alexander ist erwachsen, wir sind das Kind. Wir lassen uns baden.

Entwicklungsländer wie Ruanda, Bolivien oder Venezuela haben teilweise erst spät im 20. Jahrhundert ihre Unabhängigkeit erreicht. Wir in Europa sind einfach noch nicht so weit.

 



10. Oktober 2013
Am 5.10. war ich wieder einmal an einem Ort, von dem ich bisher nicht wußte, dass er existiert: Karlsbad-Ittersbach. Ich werde ihn mir merken und dazu aufrufen, ihn aufzusuchen. Dort geht nicht nur wunderbares Publikum in die Museumsscheune, sondern das dazugehörige Heimatmuseum wirbt mit einem Folder, auf dessen Titelseite ein extrem einladend lächelnder Mann aus Eritrea auf das Eingangsschild zeigt. In Gemeinden dieser Größenordnung gibt es oft Gästezimmer, die "Fremdenzimmer" heißen. Nicht in Karlsbad-Ittersbach! Ich fand das extrem erbaulich, es ist quasi der Gegenentwurf zur Flüchtlingspolitik der EU.
Wir wissen nicht erst seit dem Tod von mehrern hundert Menschen vor Lampedusa, dass unsere Flüchtlingspolitik das Mittelmeer zu einem Massengrab macht. Dass Flüchtlinge möglichst schlecht behandelt werden müssen, um sie "abzuschrecken" ist Konsens, von der EU-Kommission bis herunter zum bayrischen Sozial-Auswurf Christine Haderthauer. Das Ummauern der EU geschieht im übrigen auf deutschen Druck hin. Wäre das Boot am 3.10. nicht vor Lampedusa gekentert, wäre es von der Grenzschutz-"Agentur" Frontex an den Haken genommen und zurück an die libysche Küste gezerrt worden, wo die Flüchtlinge von den dortigen Behörden in der Wüste ausgesetzt worden wären.
Was wird sich an der EU-Flüchtlingspolitik nun ändern? Man wird mit Eurosur die Abwehr technisch aufrüsten und im Mittelmeer Schilder aufstellen: "Das Sterben in unserem Vorgarten ist bei Strafe verboten."



News von gestern:

Januar 2013
Die Stadt Köln leistet sich immer abenteuerlichere Geschichten: Nicht nur, dass die U-Bahn aus Sparsamkeitsgründen nicht fahren soll, weil die Verantwortlichen der Zeitung entnommen haben, dass das Betreiben einer U-Bahn a) Geld kostet, das man b) nicht hat.
Nein, man möchte auch weiterhin nicht von der Großmannssucht lassen und sich einen "Rheinboulevard" leisten, heißt, eine Treppe am Rhein, wo man dann heruntergehen kann, für mindestens 11 Millionen, die man auch nicht hat. Ganz abgesehen von 37 Millionen für ein neues Museum, die man ebenfalls nicht hat. Dafür wird an anderer Stelle "gespart", indem die - rogrün geführte! - Stadt einen sozialen Kahlschlag zu veranstalten gedenkt, dem u.a. die Bürgerhäuser zum Opfer fallen würden. Nicht nur, weil das Bürgerhaus Stiollwerck meine liebste Wirkstätte ist - hier und auch an vielen anderen von Streichungen betoffenen Stellen wird wertvolle soziale und kulturelle Arbeit für Kinder, Senioren und viele viele andere geleistet, die sich vieles nicht leisten können. Wer aus Köln oder der Gegend ist, mache seinem Unmut Luft! Und jeder täte ein gutes Werk, unsere Petition zu unterschreiben, die man unter stollwerck-retten.de findet.

22.4.2012
Mit Heinrich Pachl ist ein Kollege verstorben, den ich schon als Jugendlicher auf der Bühne gesehen habe und der damals schon in mir den Wunsch erzeugt hat, Kabarettist zu werden.

21.4.2012
Anwärter auf den Satz des Jahres - Sebastian Vettel, der Kerosin-Dauergrinser der Formel 1, sagte zu den Boykottaufrufen angesichts der schweren Menschenrechtsverletzungen zum Rennen in Bahrain: "Ich möchte mich jetzt endlich wieder um die wirklich wichtigen Dinge kümmern: Reifentemperaturen!"

22.3.2012
Die drei vom "Nationalsozialistischen Untergrund" wurden jahrelang vom BND "beobachtet". Das wirft die Frage auf: Was machen eigentlich Geheimdienste beim Leutebeobachten tagsüber? Und: Muss es uns beunruhigen, wenn Gegner eines neuerlichen NPD-Verbotsverfahrens darauf hinweisen, für das Verfahren müsse man die V-Leute des Verfassungsschutzes abziehen und könne dann leider die NPD nicht mehr "beobachten"?

15.3.2012
Pressemeldung: Der tote Tiger, den Wladimir Putin vor einigen Monaten martialisch als seine Trophäe vorgezeigt hatte, war betäubt gewesen. Ungefähr so wie der Plastik-Truthahn von George W. Bush. Wahrscheinlich ist auch Ronald Pofalla nur ausgestopft.

6.3.2012
Wladimir Putin, der "lupenreine Demokrat" - Kumpel von Gerhard Schröder ist wieder da!


1.3.2012
Das Urteil ist da: Christian Wulff bekommt lebenslänglich. Ehrensold 200 000 Euro pro Jahr. Plus Dienstwagen, Sekretärin und Wachschutz. Gut, den Wachschutz wird er sogar brauchen. Also gute 500 000 pro Jahr, 40 Jahre lang, für 20 Monate Amtszeit. Wenn Wulff Präsident von Griechenland gewesen wäre, hätte Sparkommissar Schäuble gefragt, ob die sie noch alle haben.

27.2.2012
Der einzige Bereich, in dem Griechenland fast überhaupt nichts einsparen muss, sind die Militätausgaben. Obwohl das Land sich die mit Abstand teuerste und größte Armee Europas leistet. Da gab es auch keinen Druck von deutscher Seite. Hm, warum? Weil Griechenland seine Waffen überwiegend in Deuschland kauft. Z.B. 2007 gingen allein 1,7 Milliarden an die Firma Krauss-Maffei. Jedes Hilfspaket für Griechenland ist auch ein Hilfspaket für die deutsche Rüstungsindustrie.